Der Ablauf einer Mediation im Überblick
Mediation ist ein strukturiertes Verfahren zur Konfliktlösung, bei dem eine neutrale dritte Person – der Mediator – die Beteiligten dabei unterstützt, selbst eine Lösung zu finden. Damit dieser Prozess nicht im Kreis läuft, folgt er einem festen Ablauf. Häufig wird er kurz als Fünf-Phasen-Modell (nach Christoph Besemer) beschrieben; zählt man Vorbereitung und Umsetzung mit, ergibt sich das ausführlichere Sieben-Phasen-Modell. Gemeint ist derselbe Prozess – wir gehen ihn hier in sieben Schritten durch.
Wichtig ist die Reihenfolge: Jede Phase baut auf der vorherigen auf. Erst wenn geklärt ist, worum es überhaupt geht und was den Parteien wirklich wichtig ist, ergibt die Suche nach Lösungen Sinn. Genau dieser Aufbau unterscheidet Mediation von einem gewöhnlichen Streitgespräch.
Phase 1: Vorbereitung und Arbeitsbündnis
Noch vor dem eigentlichen Gespräch steht die Vorbereitung. Es wird geklärt, ob Mediation für den Konflikt überhaupt geeignet ist und ob alle Beteiligten freiwillig mitmachen. Der Mediator nimmt Kontakt zu beiden Seiten auf und schafft den organisatorischen Rahmen – erst wenn alle an Bord sind, kann die Mediation beginnen.
Phase 2: Einleitung und Auftragsklärung
In der Einleitung geht es um den Rahmen. Der Mediator erklärt, wie das Verfahren abläuft und welche Rolle er einnimmt: Er moderiert das Gespräch, ergreift aber für keine Seite Partei und schlägt auch keine Lösung vor. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt bei den Beteiligten.
Gemeinsam werden Gesprächsregeln vereinbart – etwa ausreden lassen, keine Beleidigungen, Vertraulichkeit. Anschließend wird häufig eine Mediationsvereinbarung geschlossen, die den Rahmen und die Freiwilligkeit festhält.
- •Ablauf und Rolle des Mediators werden erklärt
- •Gesprächsregeln werden gemeinsam festgelegt
- •Freiwilligkeit und Vertraulichkeit werden zugesichert
- •Eine Mediationsvereinbarung kann unterzeichnet werden
Phase 3: Themensammlung
Jetzt wird zusammengetragen, worüber überhaupt gesprochen werden soll. Beide Seiten schildern aus ihrer Sicht, welche Themen und Streitpunkte offen sind – zunächst ohne Bewertung und ohne Diskussion. Der Mediator sammelt, ordnet und fasst zusammen, damit eine gemeinsame Themenliste entsteht.
Diese Phase schafft Überblick. Oft zeigt sich hier bereits, dass hinter einem großen Streit mehrere kleinere, klar benennbare Themen stecken, die sich einzeln bearbeiten lassen.
Phase 4: Interessenklärung
Diese Phase ist das Herzstück der Mediation. Hinter jeder Forderung – der sogenannten Position – steckt ein tieferliegendes Interesse: ein Bedürfnis, eine Sorge, ein Wunsch. Während Positionen sich oft gegenseitig ausschließen, lassen sich Interessen häufig miteinander vereinbaren.
Der Mediator unterstützt diesen Schritt mit Fragen, spiegelt Aussagen und hilft, gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Erst wenn die Interessen klar sind, ist die Grundlage für gute Lösungen gelegt.
Phase 5: Suche nach Lösungsoptionen
Nun werden Ideen entwickelt – möglichst viele und zunächst ohne Bewertung. Methoden wie Brainstorming helfen, kreativ zu werden und auch ungewöhnliche Optionen zuzulassen. Ziel ist es, Lösungen zu finden, die mehrere Interessen gleichzeitig erfüllen (Win-win), statt einen Kompromiss zu erzwingen, mit dem am Ende niemand zufrieden ist.
Phase 6: Bewertung und Verhandlung
Die gesammelten Ideen werden nun bewertet und verhandelt: Ist die Lösung fair für alle? Ist sie praktisch umsetzbar? Was spricht dafür, was dagegen? Schritt für Schritt nähern sich die Parteien der Option, die beiden am besten gerecht wird, und arbeiten deren Details konkret aus – wer tut was bis wann.
Phase 7: Abschlussvereinbarung und Umsetzung
Die beste Lösung wird in einer schriftlichen Abschlussvereinbarung festgehalten und von den Beteiligten unterzeichnet. Damit ist die Mediation abgeschlossen. In der Umsetzungsphase wird die Vereinbarung im Alltag gelebt; optional prüft ein Folgetermin, ob sie in der Praxis hält, und klärt offene Punkte.
Fester Phasen-Rahmen, individuell festgelegte Schritte
Die sieben Phasen geben den verlässlichen Rahmen vor – diese Struktur bleibt. Was innerhalb einer Phase konkret passiert, legt bei medipact aber die Plattform individuell für Ihren Fall fest: Der Mediator bestimmt über den Workflow, welche Schritte eine Phase enthält, ergänzt sie, lässt Nicht-Zutreffendes weg oder sortiert um. So bekommt jeder Konflikt genau den Weg, den er braucht, ohne dass die bewährte Struktur verloren geht.
Das Ziel: die gemeinsame Einigung
Bei allem bleibt das Ziel dasselbe – eine tragfähige Einigung, die beide Seiten mittragen. medipact macht dieses Ziel greifbar: Am Ende des Prozesses stehen fünf konkrete Lösungsvorschläge zur Auswahl, aus denen die Parteien gemeinsam wählen.