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Fallbeispiel

Carla & MarcoMit Unternehmen

Verheiratet 10 Jahre. Zusammen eine GmbH gegründet. Marco will raus, Carla will weitermachen. Lösung: Abfindung plus Fortbestand der Firma.

Die Ausgangssituation

"Wir bauen eine Firma auf – dann Trennung"

Wenn Ehe und Unternehmen miteinander verflochten sind, geht es nie nur um zwei Menschen. Es geht auch um Mitarbeiter, Cashflow und Zukunftsfähigkeit.

Wir gründeten die Firma zusammen. Aber unsere Ehe funktioniert nicht. Ich möchte die Firma weitermachen – das ist mein Baby. Aber Marco will raus und sein Geld.

Carla, 38, Geschäftsführerin

Ich bin erschöpft. Ich möchte raus und mein Kapital zurück. Aber ich will nicht, dass die Firma stirbt und unsere Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Marco, 40, technischer Gründer

So hat es sich zugetragen

Die Geschichte

Ein Ehepaar, eine GmbH, fünf Mitarbeiter — und die Frage, ob mit der Ehe auch das Lebenswerk enden muss.

Kapitel 1 · Zwei Verträge

Ehe und Gesellschaftsvertrag

Carla und Marco gründeten die Firma im dritten Ehejahr — sie mit dem Blick für Kunden und Zahlen, er mit der Technik. Zehn Jahre später machte die GmbH €800.000 Umsatz, beschäftigte fünf Leute und war das Thema, über das die beiden noch problemlos reden konnten. Über alles andere längst nicht mehr.

Als Marco an einem Freitagabend im Büro sagte, dass er raus wolle — aus der Ehe und aus der Firma —, war Carlas erste Reaktion keine Träne, sondern eine Frage: „Und was sagen wir Montag den Mitarbeitern?“ Genau darin lag das Problem: Zwei Verträge banden sie aneinander, und der gefährlichere war nicht der Ehevertrag.

Eine Scheidung übersteht man. Aber wenn die Firma in den Strudel gerät, verlieren fünf Familien ihr Einkommen.

Carla

Kapitel 2 · Der gefährliche Schwebezustand

Gerüchte in der Kaffeeküche

Wochenlang passierte: nichts. Marco zog aus, kam aber weiter ins Büro. Die Stimmung zwischen den Gesellschafter-Eheleuten war für alle spürbar. Die erste Mitarbeiterin fragte vorsichtig, ob ihr Arbeitsplatz sicher sei. Ein Kunde erkundigte sich beiläufig, ob die Firma „umstrukturiert“ werde.

Carla verstand: Ein Rosenkrieg mit Anwälten würde nicht nur Jahre dauern — er würde das Unternehmen in genau dieser Schwebe halten. Wer investiert in eine Firma, deren Gesellschafter sich verklagen? Ihr Steuerberater sprach die Empfehlung aus, die alles drehte: „Trennt die Verfahren. Die Ehe könnt ihr scheiden lassen. Die Firma braucht eine Mediation — jetzt.“

Kapitel 3 · Der Preis der Fairness

Was ist die Firma wert — und was ist sie Carla wert?

Die Mediation begann mit der härtesten Frage: der Bewertung. Ein gemeinsam beauftragter Wirtschaftsprüfer kam auf €500.000 Unternehmenswert bei €100.000 Schulden. Marcos hälftiger Anteil: €200.000. Geld, das die Firma nicht auf dem Konto hatte.

Der Durchbruch war eine Struktur, die vor Gericht niemand hätte anordnen können: Carla übernimmt alle Anteile, zahlt Marco die Abfindung in Raten über drei Jahre — abgesichert, verzinst, aber so gestreckt, dass die Liquidität der GmbH nie gefährdet ist. Marco verzichtete auf einen Teil des Maximalwerts, dafür bekam er Planbarkeit statt eines jahrelangen Verfahrens mit ungewissem Ausgang.

Ich hätte vor Gericht vielleicht mehr herausgeholt. In drei Jahren. Wenn die Firma dann noch etwas wert gewesen wäre.

Marco

Kapitel 4 · Montagmorgen, 9 Uhr

Die Botschaft an das Team

Sechs Monate nach Marcos Freitagabend-Satz standen beide gemeinsam vor der Belegschaft. Die Botschaft war kurz: Marco verlässt das Unternehmen, Carla führt es allein weiter, alle Arbeitsplätze bleiben. Keine Floskeln, keine Gerüchte mehr — Klarheit.

Heute läuft die GmbH unter Carlas alleiniger Führung, Marco hat mit seiner Abfindung ein neues Projekt gestartet. Die Scheidung selbst war danach fast eine Formalie: Die schwierigsten Vermögensfragen waren längst gelöst.

Die Zahlen

  • GmbH-Wert: €500.000
  • Carla & Marco: je 50% Anteile
  • Schulden: €100.000
  • 5 Mitarbeiter
  • Jahresumsatz: €800.000

Ohne Mediation

  • 3+ Jahre Verfahren
  • Gutachter plus Anwälte: €37.000
  • Firma wird instabil
  • Mitarbeiter gehen
  • Umsatz fällt
  • Konkurs-Risiko steigt
Der Ablauf

Der Mediations-Prozess (6 Monate)

  1. Monat 1

    Firma fair bewerten

    Ein Wirtschaftsprüfer bewertet die GmbH nachvollziehbar. So entsteht eine belastbare Basis für die Abfindung.

  2. Monat 2–3

    Übergangsplan

    Es wird geklärt, wie die Firma ohne Marco weiterläuft und wie der operative Übergang stabil bleibt.

  3. Monat 4–5

    Finanzierung strukturieren

    Carla zahlt Marco in Raten aus. Damit bleibt die Firma liquide und Marco erhält planbar sein Geld.

  4. Monat 6

    Schriftliche Vereinbarung

    Marco scheidet aus Geschäftsführung und Anteilen aus. Carla führt allein weiter. Die Firma bleibt stabil.

Das Ergebnis

Das Ergebnis

Mit Mediation

  • €600 Kosten (statt €37k)
  • 6 Monate (statt 3 Jahre)
  • Marco: €200k Abfindung
  • Carla: Firma läuft weiter
  • Mitarbeiter: Jobs bleiben
  • Beide sparen €36.400

Ohne Mediation

  • €37k+ Kosten
  • 3 Jahre Verfahren
  • Marco wartet lange auf Geld
  • Carla: Firma instabil
  • Mitarbeiter gehen
  • Firma möglicherweise insolvent

Was sie sagen

Mediation rettete unsere Firma. Jetzt bin ich Alleingeschäftsführerin, Marco ist raus mit seiner Abfindung, und unsere Mitarbeiter haben ihre Jobs.

Carla

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was passiert mit einer gemeinsamen Firma bei der Trennung?

Drei Wege: Verkauf, Fortführung durch einen Partner mit Abfindung, oder gemeinsame Weiterführung. Carla führte die GmbH weiter, Marco erhielt €200.000 Abfindung – die Mitarbeiter behielten ihre Jobs.

Wie wird eine GmbH bei der Scheidung bewertet?

Über eine neutrale Unternehmensbewertung, meist nach dem Ertragswertverfahren. In der Mediation dient sie beiden Seiten als gemeinsame Faktenbasis statt als Kampfinstrument zweier Parteigutachter.

Was kostet eine Mediation, wenn ein Unternehmen im Spiel ist?

Hier €600 statt geschätzter €37.000 im Streitverfahren, gelöst in 6 statt 36 Monaten. Der größte Wert: Die Firma überlebte den Konflikt.

€600. Die Firma überlebt.

Gründer-Trennung? Mediation kann die Firma stabil halten und beiden Seiten einen fairen Ausstieg ermöglichen.