Kapitel 1 · Das Geständnis
„Da ist jemand“
Alexa hatte den Satz wochenlang vor sich hergeschoben. Als sie ihn schließlich aussprach — an einem Sonntagabend, die Kinder bei den Großeltern — brauchte David einen Moment, um zu verstehen. „Da ist jemand. Er heißt Martin. Er hat einen Sohn.“
David beschreibt die Tage danach als Nebel. Nicht die Trennung selbst traf ihn am härtesten — dass es kriselte, wussten beide. Es war das Bild, das sich in seinem Kopf festsetzte: ein fremder Mann, der morgens mit seinen Kindern frühstückt. „Ich habe ernsthaft überlegt, ums alleinige Sorgerecht zu kämpfen. Nicht weil ich es für richtig hielt. Sondern weil ich Angst hatte, ersetzt zu werden.“
“Mein erster Gedanke war nicht ‚meine Ehe ist vorbei‘. Mein erster Gedanke war: Ich verliere meine Kinder an einen Fremden.”
— David