Kapitel 1 · Die nüchterne Diagnose
Zwei Profis stellen fest: Es ist vorbei
Bei Peter und Sarah gab es keinen Knall, keine Affäre, keinen Streit, an dem man es festmachen könnte. Es gab ein Abendessen in ihrem Lieblingsrestaurant, bei dem Sarah irgendwann das Besteck ablegte und sagte: „Wir führen seit Jahren eine WG mit gemeinsamer Steuererklärung. Findest du nicht auch?“ Peter, der den Gedanken selbst seit Monaten mit sich herumtrug, war fast erleichtert.
Die Sachlichkeit endete allerdings genau dort, wo die Zahlen anfingen. Ein Haus mit €800.000 Wert, €300.000 Ersparnisse, Rentenpunkte aus fünfzig Erwerbsjahren, Peters betriebliche Altersvorsorge. Beide hatten in ihrem Berufsleben genug Verhandlungen geführt, um zu wissen: Genau an solchen Aufteilungen zerbrechen zivilisierte Absichten.
“Wir haben beide beruflich mit Konflikten zu tun. Wir wussten, was passiert, wenn zwei Anwälte anfangen, Gutachten gegeneinander zu schreiben.”
— Sarah