Kapitel 1 · Der Anruf
Dienstag, 6:40 Uhr
Thomas Weber stand in der Werkhalle, als seine Mutter anrief. Der Vater war in der Nacht gestorben — Herzinfarkt, 63 Jahre alt, kein Testament, kein Nachfolgeplan. Um 7 Uhr kamen die ersten Mitarbeiter. Thomas begrüßte jeden einzelnen per Handschlag, wie es sein Vater immer getan hatte, und sagte erst einmal nichts.
Der Metallbau-Betrieb war das Lebenswerk des Vaters: €3,5 Millionen Umsatz, 20 Beschäftigte, ein Name, der in der Region etwas galt. Und jetzt, über Nacht, gehörte er zu je einem Drittel drei Geschwistern, von denen nur eines je in der Werkhalle gestanden hatte.
“Ich habe an dem Morgen zwei Dinge verloren: meinen Vater und die Gewissheit, dass es den Betrieb nächstes Jahr noch gibt.”
— Thomas